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Nastätten Spezialbeschreibung Flecken 1794

§1

Dieser Flecken Nastätten gehörend (competiret exceptis regalibus) den Fürstlich Rothenburgischen Herrschaft mit allem Recht und Gerechtigkeiten Situation.
Es liegt derselbe in einem tiefen Thale und ist von seiner Feldmark ringsumher eingeschlossen in einer schon sömmerischen Gegend, 22 1/2 Meilen (eine Meile = ca. 7.500m) von der Residenz Stadt Chassella (Kassel), 1 1/2 Meilen von der Stadt St. Goar und den dabei gelegenen Festung Rheinfels, 3 1/2 Meilen von den Chur-Tierischen Stadt Coblenz und 4 1/2 Meilen von der Chur Mainzischen Residenz Stadt und Reichsfestung Mainz. Grenzet mit seiner Terminey (Gemarkung) gegen Morgen an die Dorfschaft Buch, gegen Mittag an die Dorfschaft Münchenroth und Diethard, gegen Abend an die Dorfschaft Oehlsberg und gegen Mitternacht an die Nassau Weilburgische Ortschaft Miehlen.

Bäche und Brunnen

Fließet ein ziemlicher Bach ungefähr durch die Hälfte dieses Fleckens, welcher von der Dorfschaft Buch durch den Oberflecken herunter kommt, bis an die Brücke beim Adler genannt, wo sich derselbe linkerhand hinunter drehet bis an die Brücke unweit der Lohmühle und mit dem von den Ortschaften Diethard, Niedermeilingen und dem Hohen Samt Hospithal Gronau kommenden starken Bach vereiniget, sodann seinen Lauf rechterhand neben dem Flecken vorbei und in dem Wiesengrund hinunter nach der Nassau-Weilburgischen Ortschaft Miehlen nimmt. So finden sich auch fünf gemeinschaftliche Brunnen und ein Sammel Teich da hier ohne die noch an und in den Häusern befindliche Zieh- und Schöpfbrunnen, dass also dieser Flecken mit hinlänglichem Wasser für Menschen und Vieh auch bei anstehender Feuersbrunst versehen ist.
Sodann befindet sich auch bei dem in hiesiger Terminey gelegenen Hof Schwall ein hiesigem Flecken zuständiger Sauerbrunnen, welchen sich hiesige Einwohner zum beständigen Trinken bedienen. Fischerei Gerechtigkeit Obigem Bach heget Forellen, Aalen, Krebse und Weißfische, welchen die Fürstlich Rothenburgische Herrschaft alleine fischen zu laßen, berechtigt ist.

§. 2 Pahsage

Durch hiesigen Flecken gehet aus dem Reiche und von Frankfurt die Land- und Post Straße nach Nassau; Coblenz und die Niederlande, desgleichen auch noch eine Neben-Straße von St. Goar nach Hessen, wovon außer den hierselbst befindlichen Gastwirten, so davon ansehnlichen, alle übrigen Einwohner aber nicht den geringsten Nutzen haben, sondern viel mehr wegen der schlechten Wege oft großen Schaden an ihren Gütern leiden.

§. 3 Herrschaftlich Adelich und sonstige freie Häuser und Güter

Deren befinden sich dahier und besitzgen

Die Fürstlich Rothenburgische Herrschaft

Eine Zehnd Scheuer ad1/8Acker1 ½Ruthen 
   11 ¾RuthenGarten dabey
 20 7/8Acker¼RuthenWiesen und
 7 1/8Acker13 ½RuthenLändereien
Summa28 ¼Acker8 ¼Ruthen 

Die Frau von Schütz

Ein Wohnhaus mit zugehöriger Scheuer

ad7/16Acker1 3/8Ruthen 
 51 7/8Acker11 ¾RuthenLand
 12 11/16Acker4 ¼RuthenWiesen und
 1 ½Acker2RuthenGarten
Summa66 3/8Acker5Ruthen 

Der von Sohler

Ein Wohnhaus mit Zubehör

ad7/16Acker1 3/8Ruthennebst
 1 3/8Acker¼RuthenLand
 15/16Acker8RuthenWiesen und
 1 ¼Acker2RuthenGarten
Summa41/16Acker2 ½Ruthen 

Die von Romlingische Erben

Das sogenannte Steinerne Haus

ad1/8Acker14Ruthenund
 1/8Acker12RuthenStall und Hofplatz,

welcher letztern aber mit dem hiesigen Flecken noch strittig ist und der Tanz Platz genannt wird sodann 4 3/8 Acker 8 Ruthen Wiesen und Gärten.

Der in hiesiger Grenze belegene Herrschaftliche Nahsau Weilburgische Hof Aftholderbach,

so ehemals ein Nonnen Kloster gewesen.

56Acker RuthenLand
23 7/8Acker16 ¼RuthenWiesen und Gärten
4 ½Acker11RuthenWüstes
84 ½Acker8 ½Ruthen 

so zu ersagtem Hof gehörig und seit langen Jahren gegenwärtig aber Philip Weiß, Peter Ludwig und Christoph Schmelzeihsen jedem zu 1/3 teilig auf Erbleyhe ausgethan und Contributions frey gewesen sind. Vermöge hohen Reholuti d. d. Cahsel den 19. December 1789. ad num: 596. sind solche auch als Contributions frey wieder catastrirt worden, expost aber hat sich noch ergeben, daß hierunter 2 1/8 Acker 2 Ruthen Hüde Rasen begriffen, so im Jahr 1788. 1788 von den hiesigen Bürgerlichen Gemeinds Nutzungen erst waren dazu erkauft worden, und nicht Contributions frey, sondern wie die Gemeinds Nutzungen auch zum Contributions Verhalt zu ziehen waren.

Des Hofkammer Rath Recken

Erben dafür den so genannten Otto Hof von der fürstlich Rothenburgischen Herrschaft auf doppeltem Fall zu Erblehe und bestehet aus

 51 5/8Acker18 ¼RuthenLand
 5Acker2 ¼RuthenWiesen und
 1 ¼Acker2RuthenGarten
Summa58 1/2Acker13 ½Ruthen 

so bisher Contributions frey gewesen und bleiben vermöge hohen Reholuti vom 3ten September 1789 ad num. 399. fernerhin frey.

Dieselben noch 3 1/4 Acker 12 Ruthen Land so dem hohen Samt Hospithal Gronau zuständig und bisher Contributions frey gewesen sind, ex post hat sich ergeben, daß dieses ersagtem Hospithal Gronau adjudicirte Bürgerliche Stücke und durch blose Negligance des Gerichts und Rath dem  Hospithal nicht zum Verhalt zugeschrieben worden seyn und dadurch die Contributions Freyheit erhalten haben sollen.

Philip Jacob Christ zu Oehlsberg und Peter Sopp zu Oberwallmenach

5/8 Acker 15 1/4 Ruthen Land so Kraft hohen Reholuti vom 5ten September 1789 ad num. 402. fernerhin frey bleiben.

Philip Wilhelm Steegs sche et Conhorten

3/8 Ar 15 Ruthen Wiesen, so ursprünglich contributl. qualitaet gewesen und in av. 1728 von dem damaligen Hospithals Kellem Grimmel zu Gronau gegen eine andere Contributions freye Wiese, das Bienengärtgen genannt, eingetauscht und an obige Besitzerin Contributions frey verkauft worden.

Johannes Göddert

die so genannte Gemeinds Hahn Mühle ad 1/8 Ar 17 1/4 Ruthen und ¼ Ar und ¼ Ruthen und Garten dabey.

Peter Schuhmacher jun.

Peter Schuhmacher jun. Die so genannte Heubachs Mühle ad 1/8 Ar 17 1/2 Ruthen nebst 1/8 Ar und 2Ruthen dazugehorig Gartens. Diese beyden Mühlen sind Erbbestand vom fürstlich. Hause Rothenburg und bisher Contibutions frey gewesen, es bleiben solche vermöge hohem Reholuti d.d. Cahsel den 10ten November 1789 ad Num: 528 bey ihrer unüberdenklichen Freyheit.

Dem Amtsverwalter Kohl

den in hiesiger Grenze belegenen so genannten Hof Schwall samt denen dazu gehörigen 2 Bann- und einer neu erbauten Noth-Mühle.

ad1 ¼Ar15 ¼Ruthen 
 1Ar10 ¾RuthenGarten
 66 5/8Ar15 ½RuthenLand
 21 7/8Ar14 ¼RuthenWiesen
 2 7/8Ar1RutheWüstes
Summa94Acker½Ruthen 

Dieser Hof sammt dazu gehörigen 2 Bann-Mühlen ist vermöge der von weilend des Herrn Landgrafen Moritz d. d. Cahsel den 3ten September 1789. ad num: 393.ertheilten hohen Reholuti auch wieder als frey catastrirt worden.

Endlich und

Der Nachrichter David Busch

Die Wasenmeisterei und dazu gehörige Gebäude ad 1/4 Ar., 5 Ruthen.

Fortsetzung folgt

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