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Der „Flecken“

Quelle: Stadtarchiv und Stadtchronik

Ein „Flecken“ ist für die umliegenden Dörfer ein Mittelpunkt. Ein größeres Dorf wurde zum „Flecken“, wenn es über städtische Privilegien - wie z.B. Marktrecht mit Marktgerichtsbarkeit- verfügte, ohne jedoch die Merkmale einer Stadt zu besitzen.
In dem Beitrag „Marktwesen“ in der 1992 erschienen Chronik der Stadt Nastätten schreibt Walter Scherer: „Nachweislich hatte Nastätten 1681 zwei von alters hergebrachte Märkte... Wann die Marktrechte erstmals erteilt worden sind, lässt sich nicht mehr feststellen. Anzunehmen ist die Zeit des späten Mittelalters, da hier bereits die - vereinzelt noch heute gebräuchliche - Ortsbezeichnung „Flecken“ in Erscheinung tritt... Im Laufe der Zeit ergab sich nicht zuletzt durch die zunehmende Bevölkerung ein steigender Bedarf an Gütern und somit an Erwerbs- und Absatzmöglichkeiten. Mit landesherrlichem Dekret vom 13. September 1742 erhielt Nastätten einen dritten Jahrmarkt bewilligt, der „jeder Zeit auf den dritten Mittwoch Oktobris zu halten ist“. Im letzten Drittel des 18. Jahrhunderts wurde der Markt dann auf den vierten Mittwoch im Oktober verlegt und in den 1960er auf den vierten Donnerstag im Oktober. Als vierter Markt kam der Dezembermarkt („2ten Dienstag”) hinzu“.

Aus dem Flecken wurde dann später eine Stadt. Erstmals als Stadt erwähnt wird Nastätten 1817 in einem Steuerbescheid im „Verordnungsblatt für des Herzogthum Nassau“. Im „Staats- und Adress-Handbuch des Herzogthums Nassau“ wird Nastätten allerdings erst 1819 als Stadt bezeichnet.

Marktstände in der Römerstraße um 1930 - Foto Lenz

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