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Das geschah in Nastätten vor 100 Jahren – Rhein-und Lahn-Anzeiger KW48-1921

Sitzung des Schöffengerichts am 25. November 1921:

… Johann L. von Nastätten war angeklagt, im September einen kleinen Eichenstamm sich rechtswidrig angeeignet und veräußert zu haben, der Beschuldigte gab an, dass er den Stamm, der den ganzen Sommer hindurch am Waldrand gelegen, als herrenloses Gut angesehen hat. … mangels Beweis freigesprochen.

Der Metzger Karl M. von Nastätten sollte im Juli gewerbsmäßig Vieh zum Weiterverkauf angekauft, ohne den erforderlichen Schuldschein ausgestellt zu haben. Auch in diesem Fall … Freispruch, da er das Schwein zu Zuchtzwecken gehandelt hat.

Dem Gastwirt Philipp F. in Holzhausen waren von der Polizeibehörde Holzhausen zwei Strafbescheide zugegangen, wegen Veranstaltungen von Tanzbelustigungen ohne Genehmigung. Auf Einspruch des Angeklagten beschloss das Gericht die Vertagung zwecks Klärung des Sachverhaltes.

Nastätten: Preissteigerung der Felle. Eine Leipziger Firma bietet gegenwärtig für Baummarder 3.000 Mark, für Steinmarder 2.800 Mark, für Füchse 800 Mark, für Iltisse 300 Mark.

Aus dem Lande: Der starke Frost der letzten Tage hat bereits zur Folge, dass der Rhein Treibeis führt. Auf den Höhen im Taunus und Odenwald stieg die Kälte in den letzten Nächten bis auf 10 Grad. Um die junge Saat auf den Feldern zu schützen, wäre jetzt Schneefall wünschenswert, wenn es nicht schon zu spät ist.

Nastätten: Glockenfrage! Mit einem Gefühl tiefer Wehmut haben die Katholiken der Einholung der neuen Glocken für die evangelische Schwesterkirche beigewohnt.. Konnten sie doch der Freude der Letzteren verstehen, auf so billige Weise zu einem schönen neuen Geläut zu kommen. Um so niederdrückender war aber für die selbst das Bewusstsein,, dass 14.000 Mark für ihre Glocken ungedeckt sind. …

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