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Nastätten, 24. Februar 1922 – Sitzung des Schöffengerichtes. Zunächst wurde gegen den Metzger Karl O. von Nastätten verhandelt, … wegen gewerbsmäßigem Ankauf von Vieh ohne … Erlaubnis … es kam zur Freisprechung. Dem Landwirt und Zimmermann Heinrich Spr. aus Weidenbach … weil er ein Schwein schlachten hatte lassen ohne Untersuchung auf Trichinen … das Urteil lautet 15 Mark Geldstrafe. Gegen den Holzhändler Julius K. aus Braubach war Anklage erhoben worden, weil er … aus dem Himmighofer Gemeindewald drei Nadelholzbäume hatte abfahren lassen. … Verurteilung zu 300 Mark Geldstrafe. Der Bäckergeselle Joseph B. hat bei Hofbesitzer Schmelzeisen in Aftholderbach als Knecht dienst geleistet und verschwand am 3. April unter Mitnahme … eines Fahrrades, 1 paar Ledergamaschen, 2 Treibriemen, 1 Paar Schuhe. … den hier begangenen Diebstahl leugnete B. nicht … er habe in Not gehandelt. Das Urteil lautet 4 Monate Gefängnis in Ludwigshafen.

Nastätten, 1. März 1922. Personalien. Justizanwärter Eisenkrämer ist vom Amtsgericht Dillenburg nach Nastätten und Justizanwärter Stier nach Hechingen versetzt worden. Lehramtskandidat Willy Gerheim, Sohn des Oberpostschaffners … hat die Prüfung mit „gut“ bestanden. Gesellenprüfung … für das Bäckergewerbe legte Hermann Kilp seine Gesellenprüfung mit Erfolg ab. Er erhielt die Note „sehr gut“.

Nastätten 1. März 1922. Der Wirteverein Nastätten und Umgebung hat in seiner gestrigen Versammlung folgenden Beschluss gefasst: …. Kostet ab heute das Glas Bier 2 Mark und das sogenannte halbe Viertelchen 3 Mark.

Miehlen 28. Februar 1922. Auf der Fahrt zur Arbeit nach Braubach verunglückte Heinrich Schneider mit dem Fahrrad so schwer, dass er in das Krankenhaus verbracht wurde.

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Fasnacht in Nastätten mit langer Tradition Leider findet nun das zweite Mal in Folge kein Rosenmontagszug statt. In unserer stetig wachsenden Bildergalerie haben wir auch historische Bilder von Fasnacht Veranstaltungen und Umzügen in Nastätten gefunden.

Leider findet nun das zweite Mal in Folge kein Rosenmontagszug statt. In unserer stetig wachsenden Bildergalerie haben wir auch historische Bilder von Fasnacht Veranstaltungen und Umzügen in Nastätten gefunden.

Fasnacht 1906 - Römerstraße Ecke Oberstraße
Fasnacht 1911 in der Rheinstraße - heute Kreisverkehr
Fasnacht im Hotel "Alte Post" 1926
Fasnacht Gesellschaft um 1914 in einem Hinterhof vermutlich in der Römerstraße

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Bogel, 20. Februar 1922. Unser seitheriger Bürgermeister, Herr Karl Göller, hat aus gesundheitlichen Gründen nach 16 jährigem wirkungsreichem Dienst sein Amt als Bürgermeister und Ortsgerichtvorsteher niedergelegt. Dieser Schritt wird nicht allein von der ganzen Einwohnerschaft, sondern auch von seinen Kollegen und Vorgesetzten sehr bedauert. Er galt stets als guter Berater und pflichttreuer Beamter, der nur bedacht war, das Wohl der Gemeinde zu fördern.

Getreide-Ablieferung. Alle Landwirte, die mit der Ablieferung von Brotgetreide aus der Ernte 1921 im Rückstand sind, werden hiermit aufgefordert, das rückständige Getreide bis spätestens 1. März zur Ablieferung zu bringen. Ist bis zu diesem Termin die restlose Ablieferung nicht erfolgt, so bin ich gezwungen, gegen die säumigen Landwirte mit gesetzlichen Zwangsmaßnahmen (Enteignung, …) vorzugehen. Nastätten, 23. Februar 1922. Bürgermeister Wasserloos

Nastätten, 24. Februar 1922. Familien- und Unterhaltungsabend. Am Samstag, Nachmittag 6 Uhr anfangend, veranstaltet die Landwirtschaftliche Schule zusammen mit dem Verein ehemalige Landwirtschaftsschüler einen Familien- und Unterhaltungsabend. Das Volksstück „Die Lieder des Musikanten“ unter Mitwirkung der Strüther Kapelle wird aufgeführt.

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Nastätten 13. Februar 1922: Nach 15 jähriger Tätigkeit am hiesigen Platze ist ab 1. April Herr Landesoberwegemeister Wolf nach Nassau versetzt. …Zu Gedenken ist insbesondere des ideales Wertes der Straßenneupflasterung der Stadt. Auch die Nachbargemeinde Miehlen verdankt ihm viel Fortschrittliches auf wegebaulichem Gebiet.

Polizeihund: Es wird hiermit zur allgemeinen Kenntnis gebracht, dass in Braubach ein gut ausgebildeter Polizeihund zur Verfügung steht, welcher bei eintretenden Fällen zur Aufdeckung von strafbaren Handlungen herangezogen werden kann.

Bekanntmachung: Dem Arbeiter Heinrich Bonn ist für das Jahr 2022 die Ausnutzung des Steinbruchs im Distrikt Grasselstadt übertragen. Bonn hat die Steine an einheimische Käufer zu 18,00 Mark pro Kubikmeter abzugeben. Der Magistrat: Wasserloos

Vögel im Wintergarten sollen als liebe Gäste betrachtet werden. Sie sind außerordentlich nützlich, denn sie leben jetzt ausschließlich von Insekten und Unkrautsamen. Auch die Spatzen richten im Winter keinen Schaden an, sondern machen sich sehr nützlich. Schädlich wirken die Spatzen überhaupt nur, wenn sie in Massen über Kirchen und Getreidefelder herfallen, wobei sie leichter vertrieben werden können als man annimmt.

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Oberwallmenach 8. Februar 1922: Schweres Leid hat die Familie des Landwirts Bildhauer von hier getroffen, Beim Holzfällen im Walde ist ihr Ernährer tödlich verunglückt. Er wurde heute unter allgemeiner Beteiligung zu Grabe getragen.

Bettendorf 7. Februar 1922: Großes Jagdglück hatte gestern unser Mitbürger Herr Peter Knab, indem er ein Wildschwein erlegte, welches 11 junge bei sich hatte und ausgenommen 168 Pfd. wog.

Miehlen 8. Februar 1922: Die hiesige Kirchen und Zivilvertretung hielt am 25. Januar ein Sitzung ab. … als Vortragender war Kirchenbaumeister Herr Baurat Hofmann zum Zwecke der Erläuterungen und Pläne zugegen…. Vorentwürfe als Umbauvorschläge. Die Anschließende Aussprache gipfelte schließlich in einem Antrag, die technischen Vorarbeiten … sollen der preußischen Regierung vorgelegt werden, mit der Bitte um baldigen Bescheid an das Pfarramt.

Nastätten 10. Februar 1922: Schwerer Einbruch. Aus dem Güterschuppen der Kleinbahn wurden in der Nacht etwa 2 Zentner Leder, Kisten mit Schuhen, ein Kaffeeballen u.a.m. gestohlen. Eine Ermittlung des Diebes konnte trotz Einsatz des Braubacher Polizeihundes bisher nicht erfolgen.

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Stadtverordnetenversammlung am 18. Januar 1922. Eine längere Sitzung der Stadtverordnetenversammlung fand am Samstagabend statt. Der Ortsauschuss für Kriegsbeschädigte wurde durch Zuwahl der Herren Wilhelm Dauer und Paul Müller vollzählig gemacht - Die Neufestsetzung der Preise für Bruchsteine aus dem Steinbruch wurde vertagt - Als Beisitzer zum Wohnungs- und Mieteinigungsamt wurde berufen, Herr Philipp Lamberti, Herr David Fischer und  Herr Christian Werner II - Als Nebenbezüge des Gemeindeförsters werden 9 rm Derbholz und 100 Wellen jährlich gewährt - Die Vergütung für die Bullenhaltung wurde auf 2.500 Mark festgesetzt, das Deckgeld soll 25 Mark betragen - Der Gaspreis wird auf 3 Mark je cbm erhöht, da die Produktionskosten der Gasanstalt nicht gedeckt werden - Der Antrag des Sportvereins auf Schaffung eines Sportplatzes fand Zustimmung, als Terrain wird ein Platz auf der Wörschel in Aussicht gestellt.

Bekanntmachung: Die Deckhengste der Station Nastätten werden am 30. Januar 1922 eintreffen. …  An Deckgeld sind 330 Mark vor dem ersten Sprung zu zahlen. Der Bürgermeister: Wasserloos.

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Nastätten, 23. Januar 1922. Die 24 Stunden-Uhr wird in diesem Jahr … eingeführt. Diese Neuerung ist für den internationalen Verkehr von außerordentlicher Wichtigkeit. … der Reichsverkehrsminister konnte sich der einheitlichen internationalen Zeit nicht verschließen. … denn es ist ein leichtes für Jeden Menschen, von den Ziffernblättern unserer 12 Stunden Uhr die neue Zeit mit Hilfe einen kleinen Umrechnung abzulesen.

Marienfels, 22. Januar 2021. Die Milchlieferung für Lahnstein lag hier stark im Argen. Die Ungehaltenheit der Ablieferer brachte es mit sich … das die Abgabestelle gewechselt wurde.

Miehlen, 26. Januar 1922. An gestrigen Abend fand im Ratssaale eine Sitzung der Vorstände der Zivil- und Kirchengemeinde statt, wobei der Kirchenbaumeister zugegen war. Herr Baurat Hofmann legte zwei Projekte vor, welche eine Reparatur vorschlagen. … Eine Einigung wurde nicht erzielt, dass Gutachten der der Kirchenbehörde in Wiesbaden soll eingeholt werden.

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Nastätten, 16. Januar 1922: Glockenprüfung. Am vorigen Montag fand die Prüfung unserer beiden neuen, …. Durch den Glockensachverständigen, Herrn Pfarrer Schilge aus Steinfischbach (Taunus) statt. Dieselbe hatte ein befriedigendes Ergebnis. Die Instimmung der beiden neuen Glocken ist besonders bei der kleineren als gelungen zu bezeichnen ….

Bekanntmachung: Um eine Übersicht zu erlangen, wie weit in diesem Jahre Baudarlehen gewünscht werden und erforderlich sind, bitte isch die Baulustigen, schon jetzt ihre Meldungen bei mir anzubringen. Der Bürgermeister Wasserloos

Oelsberg, 18. Januar 1922: Das seltene Ereignis, dass ein Schaf innerhalb einem Jahr zweimal Zwillingslämmer wirft, kann von hier gemeldet werden. Der Landwirt Heinrich Rasel kann als Besitzer auf solches Muttertier stolz sein …

Nastätten, 20. Januar 1922 – Schinken Diebstahl. Trotz der Bemühungen der Polizei ist bis heute der Schinkendieb noch nicht ermittelt worden. Die Metzgerei Oberländer setzt eine Belohnung von 100 Mark aus. Fräulein Jeannette Aronthal hat den Dieb abspringen sehen, leider aber jedoch nicht erkannt.

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Miehlen, 10. Januar 2022 – In einer hiesigen Familie wurde der schon so oft begangene Fehler gemacht, dass eine gefüllte Wärmflasche zugeschraubt in den Ofen gestellt wurde. Nach kurzer Zeit explodierte dieselbe und zertrümmerte den Ofen, glücklicherweise kam niemand hierbei zu Schaden.

Himmighofen, 10. Januar 1922 - Seit ungefähr 14 Tagen haben wir in unserem Ort wieder eine zweite Wirtschaft, indem Herr Emil Bingel eine solche auf vielseitigem Wunsch eröffnete.

Niederwallmenach, 13. Januar 1922 – Seit der großen Flandernoffensive 1917 trug Wilhelm Dillenberger von hier einen Granatsplitter etwas oberhalb des linken Knies bei sich, der ihm recht oft in der langen Zeit schwer zu schaffen machte. Die schmerzende Wunde die wiederholt heilte und immer wieder aufbrach, blieb seit letztem Herbst jedoch stets eiternd offen. DIESER Tage gelang es nun Herrn Dr. Kathrein in Nastätten auf operativem Wege den Fremdkörper zu entfernen, der ein äußerst scharfkantiger und verrosteter Splitter ist.

Nastätten, 9. Januar 1922 - Stiftung. Wie und mitgeteilt wird, beabsichtigt Frau Witwe Adolf Oppenheimer in London zur Erinnerung und zum dauernden Gedächtnis an ihren am 8. August 1921 verstorbenen Gatten eine Wohlfahrts-Stiftung zu errichten, mit einem Kapital von 150.000 Mark; die jährlichen Zinserträge sollen würdigen Familien aus Nastätten ohne Rücksicht auf die Konfektion zu Gute kommen. Eine nähere Besprechung hat am Mittwoch in Frankfurt stattgefunden, zwischen einem Vertreter der Frau Oppenheimer und Herrn Bürgermeister Wasserloos. Der Entwurf einer Stiftungsurkunde wird nunmehr der in London weilenden Frau Oppenheimer unterbreitet werden und dürfte sich der endgültige Regelung noch mehrere Wochen hinziehen, Herr Adolf Oppenheimer war ein geborener Nastättener und er hat sein Heimatstädtchen noch einmal besucht, bevor ihn auf der Rückreise nach England im Eisenbahnzug bei Wesel leider zu schnell der Tod ereilte. Wir nehmen auch an dieser Stelle gern Veranlassung, der Familie Oppenheimer öffentlich Dank zu sagen. Möge die Stiftung manche Not lindern und sich bedrängten Familien als ein Segen erweisen! Dieser Wunsch wird in den Kreisen unserer Bürgerschaft wohl allgemein sein und das Andenken an den verstorbenen Wohltäter ständig wach erhalten.

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Nastätten hat schon immer sein Bild verändert und das meist zum Positiven. Auch vor 100 Jahren gab es geteilte Meinungen zu Veränderungen.

Bucher Allee. Die meisten Leser dieses Blattes sind wohl schon den Weg gegangen, der von Nastätten nah Buch führt, und können sich der schönen Lindenallee, die diese Straße zierte, entsinnen. Im Hochsommer, wenn heiß die Sonne niederbrannte, hat mancher Wanderer, der diese Straße zog, dankbar zu den schattenspendenden Linden aufgeschaut. Wer erst ein fühlend Herz und etwas Sinn für Naturschönheit in sich trug, der weidete sein Auge an der prächtigen Lindenallee, dem war es zur Zeit der Lindenblüte eine Erquickung, den guten Duft einzuatmen, der lauschte dem Freudensummen der - emsigen Bienen mit Wonne. Mancher Naturfreund nutzte seine freie Stunden, indem er bedächtig genießend unter den blühenden Linden wandelte. Wen aber sein Weg oft ober sogar täglich unter den Linden hinführte, ober wer sie von seiner Arbeitsstätte im Felde täglich sah, dem sind die liebe Freunde geworben. Das Bild der schönen Lindenallee tat dem Fühlenden wohl. Sie war eine Zierde der Gegend, sie gehörte zum Landschafsbild. Alle Bewohner des Tälchens, alle Wanderer, die die Straße zogen, konnten sich dieser Naturschönheit freuen; sie war insofern gemeinsamer Besitz. Und jetzt wird sie verschandelt, zum Teil geköpft, zum Zeil gefällt. Es ist zwecklos, Betrachtungen anzustellen über zu weitgehende Anwendung des Nützlichkeitsprinzips, über Mangel an Schönheitssinn und Naturfreude, über Idealismus und Materialismus; das würbe die Linden nicht mehr retten. Auf jeden Fall aber gibt es viele Bewohner die dieses Tälchens denen jeder Art hieb in die Linden in der Seele wehe tut.

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