Springe zum Inhalt

Nach 20 Jahren wieder ein Seifenkistenrennen

Zum ersten Male seit mehr als zwei Jahrzehnten wurde in der Nastätten am 21.Oktober 1977 wieder ein Seifenkistenrennen unter dem Vorsitzenden des Marktausschusses Karl Peter Bruch durchgeführt. Das Rennen fand am ersten Tage des Nastätter Oktobermarktes statt.

Die fachkundige Ausrichtung dieses Rennens hat der MSC Loreley übernommen. Die Kammeraden der Freiwillige Feuerwehr Nastätten unterstützen ebenfalls das Rennen.

Als Rennstrecke diente die Wilhelm-Nesen-Straße, die auf 500m ein ausreichendes Gefälle mit sicherem Auslauf gewährte. Aufgeteilt waren die Fahrer in drei Altersklassen (8-10, 11-13, 14-15) zwischen acht und fünfzehn Jahren.

Als wir den Artikel aus der Rheinzeitung im Stadtarchiv fanden und mich auf einem Bild wiedererkannten, stellte ich mir die Frage:
"Bin ich denn schon so alt, dass meine Rennfahrerkarriere bereits im Archiv zu finden ist? 😉

Zusammen mit Marco und Timo Villmann, Harald und Holger Heuser, Udo Leidenbach fuhren wir im Rennstall von Optiker Schlieper.

Bei der ersten Veröffentlichung auf Facebook war die Resonanz sehr groß. Mir wurden weiter Zeitungsartikel zugeleitet, sehr viele Bilder, Namen der Personen auf den Bildern und sogar ein kurzer Film.

Vielen Dank dafür!
Und bei so viel Resonanz ist das einen Blogbeitrag auf der Homepage des Stadtarchives wert.

Quelle: Rhein-Zeitung 25.10.1977
Quelle: Rhein-Zeitung 25.10.1977 - Beschriftung Stadtarchiv Nastätten
Quelle: Jost Sauerwein (v.l. J. Sauerwein, Andrea Sondermann (Babilon), Frank Sondermann)
Quelle: Rhein-Zeitung 13.04.1977

Wiederholt wurde das Seifenkistenrennen noch einmal zum Oktobermarkt 1979

Ich zitiere unseren Bürgermeister Marco Ludwig: "Es schreit nach einer Wiederholung"

Quelle Rhein-Zeitung 31.10.1979

Diese Woche ist der Heimatteil geprägt von der ordentlichen Generalversammlung des „Vorschuss- und Credit-Verein zu Nastätten“ der heutigen „Volksbank Rhein-Lahn-Limburg“

Hier die veröffentlichte Bilanz zum 31. Dezember 1921

Die gesamten Ausgaben finden sie hier

Nastätten, 3. Mai 1922 – Beginn der Weideperiode in Aftholderbach. Wie in früheren Jahren soll auch in diesem Jahr in der ersten Maihälfte die Eröffnung der Weide stattfinden. Manchen mag der Auftrieb noch etwas zu zeitig. Wo draußen immer noch der Winter mit dem Frühling kämpft. …

Miehlen, 10. Mai 1922 – Ein ganz eigenartiger Unglücksfall ereignete sich am vergangenen Sonntag auf dem hiesigen Friedhof. Eine in den fünfziger Jahren stehende Frau Christine Clos wurde von einem plötzlich umschlagenden Grabstein derart schwer verletzt, dass die bewusstlos nach Hause getragen werden musste.

Endlichhofen, 9. Mai 1922 – Sonntag in 8 Tagen wird auf unserem Friedhof ein Gedenkstein für die Opfer des Weltkrieges unseres Ortes eingewiehen werden. Herr Steinhauermeister Geisel Ruppertshofen ist mit der Arbeit betraut worden.

Nastätten, 12 Mai 1922 – Vom Rathaus … auf Anregung hin, hat die Kleinbahngesellschaft mitgeteilt, dass auf der Strecke Nastätten – St. Goarshausen zweimal in der Woche und zwar Dienstags und Donnerstags in den neuen Fahrplan aufgenommen werden soll.

Nastätten, 12 Mai 1922 – Das Projekt zur Errichtung eines Schulhauses liegt schon längere Zeit der Regierung vor ohne dass eine Entscheidung bisher getroffen wurde. Der Magistrat wird nunmehr auf baldige Erledigung drängen.

Die gesamten Ausgaben finden sie hier

Freuen sich auf eine gute (ehrenamtliche) Zusammenarbeit v.l. Marco Ludwig (Stadtbürgermeister), Wolfgang Villmann (Stadtarchiv), Florian Strobel (Wehrführer), Rolf Strobel, Lutz Heidecker (Feuerwehrarchiv). (Bild: Stadt Nastätten)

Das Stadtarchiv der Stadt Nastätten verwahrt Bilder, Zeitungen, Karten und allgemein Schriftgut der Nastätter Vergangenheit. Es ist damit das Gedächtnis der Stadt, in dem die Vergangenheit für die Nachwelt aufbewahrt wird.

Auch unsere vor fast 125 Jahren gegründete Freiwillige Feuerwehr ist Teil der Geschichte, die es gilt für die Nachwelt aufzubewahren. So sahen dies auch die Alterskameraden Rolf Strobel und Lutz Heidecker, die sich um die Sortierung und Aufarbeitung der Geschichte der FFW Nastätten kümmern wollen.

Zu dem im Stadtarchiv teilweise mehrere Jahrhunderte alten Schriftgut, kommen Nachlässe von Bürgern, Vereinen und Firmen hinzu, Sonderbestände aus Zeitungen und Sammlungen wie etwa Karten und Pläne. Dabei machte die engagierte Arbeit um das Team von Wolfgang Villmann und Gudrun Gerhards auf sich aufmerksam. Was lag also näher, auch das Feuerwehrarchiv der Freiwilligen Feuerwehr Nastätten zu integrieren. Damit erhalten auch diese Dokumente einen Platz, an dem sich viele Generationen erfreuen können – inklusive der Digitalisierung.

Im ersten Schritt geht es darum, das Schriftgut und die historischen Bilder der Freiwilligen Feuerwehr in einem sogenannten Findbuch zu erfassen. Hierzu hat das Stadtarchiv ein „DokuWiki“ zur Dokumentation und Suche aufgebaut. Dieses „DokuWiki“ der Stadt kommt nun auch für die Freiwillige Feuerwehr Nastätten zum Einsatz.

Soweit es rechtlich zulässig ist, bietet das Stadtarchiv damit allen Interessierten öffentlich Zugang zu einer umfassenden und strukturierten Recherche bis hin zu einzelnen Archivalien. Das Angebot wird regelmäßig aktualisiert und erweitert, entsprechend dem Fortschritt der ehrenamtlichen Arbeit des Stadtarchivteams. Dabei erstreckt sich die Suche sowohl über das analoge als auch das digitale Archivgut.

Mit viel Einsatz und Herzblut für die Stadtgeschichte bietet das Archiv Ihnen den jeweils aktuellen und vollständigen Überblick über die historische Überlieferung unserer Stadtgeschichte. Dennoch sind Fehler oder Lücken niemals auszuschließen. Deshalb ist das Stadtarchiv ebenso wie die Freiwillige Feuerwehr für Hinweise und Ergänzungen, die der Nachwelt erhalten bleiben sollen dankbar und möchte Sie ausdrücklich ermuntern, mit uns in Kontakt zu treten. Auch eine temporäre Leihe hilft uns sehr. Nach der Digitalisierung werden die Leihgaben unversehrt zurückgegeben.

Nastätten, 21. April 1922 – Stadtverordnetenversammlung vom 19. April – dem Etat der gewerblichen Berufs- und Fortbildungsschule für das Rechnungsjahr 1922 wurde festgestzt. Schulpflichtig sind nunmehr alle jugendlichen Personen männlichen Geschlechts. Den Bullenhaltern soll für das laufende Vierteljahr eine Teuerrungszulage von 1.500 Mark gewährt werden.

Nastätten, 24. April 1922 – Schöffengericht Sitzung vom 21. April – Metzger Jakob O. von Nastätten hat gegen das Viehseuchengesetz verstoßen. Jakob O, war beschuldigt räudekranke Schafe aus dem Sperrbezirk Nastätten nach Diethardt transportiert zu haben … 80 Mark Geldstrafe; die Arbeiter Emil J, und Ernst R. aus Lierschied waren angeklagt, aus dem Gemeindewald Kasdorf Holz entwendet und den hinzugekommenen Förster falsche Namen genannt zu haben … 50 Mark Geldstrafe für den Diebstahl und 20 Mark wegen falscher Namensnennung.

Nastätten 26. April 1922 – Schutz der Wiesen – Aus den Kreisen der Grundeigentümer hört man berechtigt Klagen über Begehen von Wiesen und Futterfeldern. Das junge Grün, auf dessen Wachstum die Viehbesitzer sehnlichst warten, wird zertreten. … das den schadenbringenden Treiben Einhalt geboten wird.

Die gesamten Ausgaben finden sie hier

Nastätten - Sitzung des Schöffengericht am 31. März 1922: Metzgermeister Josef O. war durch die Polizei eine Probe Fleischwurst entnommen und vom Nahrungsmitteluntersuchungsamt beanstandet worden … zu grßen Zusatz Kartoffelmehl … 100 Mark Geldstrafe; Der Metzger Franz O. hatte in Lautert ein Schwein gekauft ohne einen Schuldschein auszustellen … 30 Mark Geldstrafe; die Erzieherin B. hatte sich bei der Herrschaft in Diethardt mehrfach Diebstähle zu Schulden kommen lassen ..- sie war geständig … 2 Monate Gefängnis.

Miehlen 1. April 1922 – Die Weihe der Gedenktafel ihrer im Kriege gefallenen Sänger fand seitens des  Männergesangverein „Liederkranz“ im Saale „Zur Friedenseiche“ statt. …

Miehlen 2. April 1922 – In der heute im „Hotel Früh“ abgehaltenen Versammlung der Ziegenbesitzer wurde beschlossen, für Miehlen und Umgebung einen Ziegenzuchtverein zu gründen, …

Nastätten 5. April 1922 – Simultanschule – In unserer Stadt zirkuliert eine Liste zur Sammlung von Unterschriften, welche die Erhaltung unserer nassauischen Simultanschule (der seit über 100 Jahren bestehenden Volksschule) bezweckt, in welche die Kinder sämtlicher Konfessionen im Religionsunterricht getrennt, aber im übrigen Unterricht gemeinsam unterrichtet werden.

Nastätten 7. April 1922 – Glockeneinholung – Gestern Nachmittag wurden die neuen Glocken der katholischen Kirche (Gewicht 13 Zentner) vom Bahnhofe aus feierlich zum Gotteshaus überführt. …

Die gesamten Ausgaben finden sie hier

Nastätten 20. März 1922 – Sonnenfinsternis. Der Monat März bringt eine patielle Sonnenfinsternis am 28. März gegen 2,10 Uhr. Sie endet gegen 3,50Uhr

Nastätten 20. März 1922 – Fortbildungsschule. Alle gewerblichen Arbeiter sind ab sofort verpflichtet eine vom Staat anerkannte Berufsschule drei Jahre lang zu besuchen … Schulträger ist die Geminde …

Nastätten 24. März 1922 – Hilfe für das Notleidende Alter. Die unbarmherzige Wucht, mit der sich die Umbildung unseres ganzen Wirtschaftslebens vollzieht, hat ganze Schichten des deutschen Volkes getroffen. Am schwersten aber ringen die alten Leute. … Staats- und Volksvertretung verkennen die Notlage nicht, aber ihre Hilfsmöglichkeiten sind beschränkt. Gegenseitige Hilfe des ganzen Volkes tut hier dringend Not.

Nastätten 27. März 1922 – Stadtverordnetenversammlung. Herr Bürgermeister Wasserloos hielt einen warm empfundenen nachruf für den Verstorbenen Beigeordnetet Seibel … der Haushaltsplan wurde beraten … Einnahmen und Ausgaben belaufen sich auf 2.164.750 Mark …  der Gaspreis wird ab 1. April auf 4 Mark pron cbm festgelegt, wobei die Selbstkosten der Gasanstalt damit nicht gedeckt sind …  die beschlossene Lustbarkeitssteuerordnung soll auch für die Folge beibehalten werden … der Gesangverein Concordia erhält zum 80 jährigen Stiftungsfest 2.000 Mark … abgelehnt wird der Beitritt zur Wohnungsfürsorgegesellschaft Wiesbaden … als Nachfolger für den verstorbenen Herrn Seibel werden die Herren Kanzleisekretär Karl Maxeiner oder der Buchbindermeister Wilhelm Werner vorgeschlagen … ein Schulvorstand für die neue Fortbildungsschule ist zu wählen, in diesen wurden berufen die Herren Schlosser Peter König, Landwirt Josef Busch und Lehrer Emil Keller.

Die gesamten Ausgaben finden sie hier

Kleine Stadt — ganz groß …

… wie es war, ist und werden könnte, so lautet die Überschrift des Artikels von Hans-Peter Kürten, der Nastätter Oktobermarktzeitung von 1963.

Am 6. März 2022 verstarb, der von 1957 bis 1965 hauptamtliche Stadtbürgermeister der Stadt Nastätten, Hans-Peter Kürten im Alter von 92 Jahren in der Curanum-Seniorenresidenz in Remagen im Kreis seiner Familie.

Hans-Peter Kürten wurde am 15. Mai 1929 in Langenfeld im Rheinland geboren. Nach Abitur und Ausbildung zum Stadtinspektor zog es ihn in die Stadt Nastätten, in der er 1957 mit gerade einmal 27 Jahren zum Bürgermeister gewählt wurde. 1965 wollten ihn die Nastätter für weitere zwölf Jahre halten, doch ihn zog es weg. Remagen suchte zu dieser Zeit gerade einen Bürgermeister. Am 12. Juni 1965 wurde Hans-Peter Kürten dort als erster hauptamtlicher Stadtbürgermeister ins Amt eingeführt. Dieses Amt übte Kürten bis zu seiner Pensionierung im Jahr 1994 aus. Mit Ehefrau Carola lebte er nach seiner Pensionierung weiter in Remagen.

Acht Jahre lang lenkte Hans Peter Kürten die Geschicke der Stadt Nastätten. Wie sah es zu dieser Zeit in Nastätten aus?

In erster Linie waren der Handel und das Handwerk die tragenden Säulen in Nastätten. Die Landmaschinenhändler und Werkstätten zogen vor allem die landwirtschaftlich orientierte Bevölkerung der weiten Umgebung nach Nastätten. Wenn die Leute erst einmal in Nastätten waren, kaufen sie natürlich auch vieles andere. Und wenn alle Einkäufe getätigt waren, wird eine Pause eingelegt, in der etwas für das leibliche Wohl getan wird. Es gab in dieser Zeit 18 voll-konzessionierte Gaststätten und Cafés.

Aber es waren auch noch andere Fakten, die den zentralen Charakter Nastättens bestimmten. Zum einen die Behörden: das Amtsgericht, das staatliche Forstamt, das große Postamt, von dem über 50 Ortschaften versorgt wurden und das Fernsprechamt. Zum weiteren waren es die Ärzte und Zahnärzte, sowie Apotheke und Drogerie, die die Leute anziehen. Auch zwei Banken, die Nassauische Sparkasse und die Volksbank waren vertreten. Das Altersheim und mehr noch das Krankenhaus bildeten weitere Anziehungspunkte. Die kulturellen Einrichtungen, die den Charakter eines Mittelpunktes verstärken, waren die Landwirtschaftsschule mit ihrem Beratungsdienst, die landwirtschaftliche Berufsschule für den Kreis und die Realschule. Aber auch das Waldschwimmbad. Ferner die Kinos und das recht aktive Volksbildungswerk mit ganzjährigen Veranstaltungen. Nastätten ist in dieser Zeit bereits seit vielen Jahren Fremdenverkehrsgemeinde. Wenn auch keine Rekordzahlen vorgewiesen werden konnten, so ist doch eine ständige Aufwärtsentwicklung verzeichnet. In der Amtszeit von Hans Peter Kürten wurde auch der neuen Reiseart entsprochen und ein Campingplatz angelegt.

In einer Prognose schreibt Hans-Peter Kürten 1963:

Nicht alle Zukunftsvermutungen und Erwartungen werden sich erfüllen, aber dennoch dürfte ein Blick voraus recht interessant sein und deshalb gewagt werden. Der einheimische Handel sieht sich wie an anderen Plätzen auch einer starken Konkurrenz des Versandhandels gegenüber. Was er nicht zu fürchten braucht, sind große Kaufhäuser und Konzernfilialen. Da aber die Motorisierung auch das flache. Land erfasst hat, schrumpfen die Entfernungen in die Großstädte Koblenz und Wiesbaden und werden somit doch zu einer gewissen Konkurrenz. Ihr zu begegnen, versuchen die Nastätter Gewerbetreibenden damit, dass sie ihre Läden modernisieren und vergrößern. In der gleichen Richtung marschiert die Gastronomie. Neben ansprechenden Renovierungen in der letzten Zeit treten größere An- und Umbauten und zwei Neubauten. Die Post hat zur Aufrechterhaltung des Postbusverkehrs eine großzügige moderne Wagen- und Pflegehalle errichtet. Das Fernsprechamt bei den heute noch freundlichen Damen per Hand vermitteln, sucht Gelände für den Bau eines Selbstwählamtes. Der Neubau des modernen Krankenhauses mit sechs Geschossen für 140 Betten. Auf kulturellem Gebiet ist der Neubau einer 12-klassigen Volksschule nebst Turnhalle und Sportplatz geplant. Auch sind die Vorbereitungen für den Bau eines evangelischen Kindergartens angelaufen. Die stärkste Veränderung in der Struktur Nastättens wird aber zweifellos die vorgesehene Errichtung von Bundeswehrkasernen für ein Bataillon und über 100 Wohnungseinheiten für die dazugehörigen Führungskräfte nebst ihren Familien mit sich bringen. Alles in allem darf man also hoffen und erwarten, dass Nastätten nicht nur weiterhin der Mittelpunkt des „Blauen Ländchens“, bleiben wird, sondern sogar seine Anziehungskraft verstärken kann.

Welche Ereignisse fallen noch in die Amtszeit von Hans Peter Kürten

Waldschwimmbad

1958 beschloss der Stadtrat von Nastätten, das 1929 eingeweihte Waldschwimmbad neu zu gestalten, insbesondere ein Mehrzweckbecken aus Stahlbeton und einen Kiosk mit Dachterrasse anzulegen. Ohne die damaligen Anstrengungen gäbe es das Waldschwimmbad heute wohl nicht mehr. Das Schwimmbecken wurde neu in Form eines „L“ mit 50-m-Bahn und einer Sprunganlage im kürzeren Schenkel gestaltet. Die Einweihung des neuen Bades erfolgte 1960 in der Regie von Bürgermeister Kürten mit einem internationalen Fest mit Schwimmwettkämpfen, Wasserballett und Turmspringen.

s´Pittche

s´Pittche wurde am 14. August 1957 von Bürgermeister Hans-Peter Kürten mit Nastätter Abbelwei getauft und wurde schnell eine Art Wahrzeichen für unseren Flecken. Noch heute treffen sich ältere Mitbürger nicht am Adolfsplatz, sondern am Pittchen. 1970 wurde die Brunnenanlage entfernt. Seitdem ist der kleine Kerl mit seinem Wasser speienden Fisch spurlos verschwunden.

Hans Peter Kürten, ein großer Unterstützer der Freiwilligen Feuerwehr Nastätten

Hans Peter Kürten lud die männlichen Jahrgänge 1939 und 1940 der Nastätter Jugend zu einem Gespräch in das Rathaus ein und erläuterte den Anwesenden die prekäre Situation der Freiwilligen Feuerwehr (es mangelte nicht nur an aktiven Wehrleuten, auch die momentan vorhandenen Kameraden konnten zum Teil durch Kriegsverletzungen bedingt, gar nicht mehr eingesetzt werden). Daraufhin erklärten zunächst zehn Nastätter Buben ihren sofortigen Beitritt in die Freiwillige Feuerwehr Nastätten. Innerhalb kurzer Zeit erhöhte sich die Zahl auf 22.

Hans Peter Kürten initiierte ebenfalls die Gründung des noch heute aktiven Fördervereins Freunde und Gönner der Freiwilligen Feuerwehr Nastätten e.V. im Jahr 1961. Der Verein trägt bis heute zu einer hervorragenden persönlichen und materiellen Ausstattung der Feuerwehr Nastätten bei.

1957 und in den folgenden Jahren seiner Amtszeit hat Hans Peter Kürten mit seiner zugewandten Art und seiner Weitsicht maßgeblich zum Erhalt der Freiwilligen Feuerwehr beigetragen.

Der Chronik der Stadt Nastätten sind in dieser Zeit zu entnehmen:

1957 Der 27jährige Hans Peter Kürten wird hauptamtlicher Bürgermeister gewählt.

Die Nassauische Kleinbahn hat ihren Personen- und Güterverkehr ganz von der Schiene auf die Straße umgestellt und beginnt mit dem Abbau der Gleisanlagen.

1958 Der Neubau der landwirtschaftlichen Kreisberufsschule wird eingeweiht. (Heute beherbergt der Bau die Taunusschule).

1960 Das Waldschwimmbad im Schwall wird umfassend modernisiert, es erhält in den nächsten Jahren eine Umwälzanlage und eine Ölheizung.

1964 An der Volksschule wird eine erste Sonderschulklasse eingerichtet. Aus ihr entwickelt sich die Taunusschule eine Schule mit dem Förderschwerpunkt Lernen für die Verbandsgemeinden Nastätten und Loreley.

1965 Das Krankenhaus Paulinenstift zieht in einen Neubau mit 135 Betten und zwei Facharztabteilungen (Chirurgie, Innere Medizin) sowie einer Belegabteilung (Geburtshilfe) um.

Nastätten, 13. März 1922 – Bienenzüchter. Die Zuckerwirtschaftsstelle in Berlin hat an die Imker zur Behebung der augenblicklichen Notlage … 750 Doppelzentner Zucker überwiesen. Der Zucker wird nach der Vorjährigen Völkerzahl verteilt und entfällt auf das Volk 5 1/2 Pfund. Der Bestellung vergesse man nicht, die Bescheinigung des Bürgermeisters beizufügen. Zuckerbestellungen nimmt der Hauptlehrer entgegen.

Nastätten, 15. März 1922 – der hiesige Turnverein gründet eine Damenriege, die unter der Leitung der Lehrerin Fräulein Klies, als neuer Zweig des Vereins ihre Kräfte in den Dienst der Allgemeinheit zu stellen hofft.

Hunzel, 15. März 1922 – Unser waldreicher Ort lässt zufolge einem Gemeindesvertreterbeschlusse jeder Haushaltung einen Klater Buchenholz zum Vorzugspreis zuteilen.

Miehlen, 17. März 1922 – Gestern Abend fand in der hiesigen Kirche ein Lichtbildvortrag über das Paulinenstift statt, … Ein namhafter Betrag, den die Gemeindemitglieder freudig dargebracht haben, soll die gegenwärtige Not des Paulinenstiftes lindern helfen. Anmerkung: Der Vortrag fand auch in Nastätten, Marienfels, Ruppertshofen, Niederbachheim statt.

Die gesamten Ausgaben finden sie hier

Nastätten, 8. März 1922. Naturfreunde helft dem Verschönerungs- und Verkehrsverein! Gestern Abend tagte im Hotel „Zur Alten Post“ der Verschönerungs- und Verkehrsverein mit einer Hauptversammlung. In den bewegten Zeiten, die bisher herrschten, konnte der Verein seine für unsere Vaterstadt recht segenreiche Tätigkeit nicht entfalten, doch nunmehr ist die Zeit des Wiederaufbaues. Der bisherige Vorstand wurde wiedergewählt. … Neue Aufgaben gibt es in diesem Jahr zu lösen. Neue Schilder und Wegeabzeichnungen sollen angebracht, die Spazierwege, Ruhebänke und Schutzhütten wieder in Stand gesetzt werden, um die herrliche Umgebung unserer Stadt für die Bedürfnisse der Erholungssuchenden Einheimischen und Sommerfrischler ganz besonders nützlich und wertvoll zu machen. Ein dringender Ruf ergeht daher an alle, denen das Wohl der Gesamtheit am Herzen liegt und die Sinn für Schönheit der Natur haben, mitzuwirken am Werke und Schutze dieser gemeinnützigen Einrichtung. …

Bogel, 10. März 1922. Zum Bürgermeister unserer Gemeinde wurde anstelle des verdienstvollen Herrn Göller, der sein Amt freiwillig aus gesundheitlichen Gründen niederlegte, der Landwirt Herr Eduard Maus einstimmig gewählt.

Bogel, 10. März 1922. Bei dem stürmischen Unwetter am Mittwoch wurde am Hotel Ruppmann das Dach teilweise zum Einsturz gebracht. Auch anderwärts hat dieser orkanartige Sturm zu beträchtlichen Schäden an Gebäuden und Bäumen geführt.

Oberwallmenach, 10. März 1922. In der hiesigen Kirche brannte das elektrische Licht gestern Abend gelegentlich zum ersten Male.

Die gesamten Ausgaben finden sie hier