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Mit unserem Aufruf "Schwimmen hat in Nastätten Tradition" wurden dem Stadtarchiv zahlreiche Post- und Ansichtskarten übergeben. Vielen Dank dafür!

Finden sie hier eine kleine Auswahl. Alle Bilder und Postkarten des Stadtarchiv Nastätten finden sie in unserer Datenbank.

Erinnern sie sich an den genauen Standort des Beobachtungsstands der Luftwaffe auf dem Holler? Zwischenzeitlich haben uns zahlreiche Nachrichten und Bilder erreicht. Vielen Dank dafür!

Mit unserem Beitrag vom 23. Juni fragten wir:

"Erinnern sie sich an den genauen Standort des Beobachtungsstands der Luftwaffe auf dem Holler?"

Zwischenzeitlich haben uns zahlreiche Nachrichten erreicht. Vielen Dank dafür!

Der Standort auf dem Holler ... heute steht hier eine Schutzhütte.


Auch zahlreiche Bilder wurden uns übergeben, besonderen Dank geht an Erich Gugler vom gleichnamigen Möbelhaus in Nastätten, dessen Vater Ernst Gugler zur Besatzung des Beobachtungsstands gehörte.

Haben sie weitere Bilder oder können sie etwas zu den Bildern und Personen sagen, schreiben sie uns gerne.

Vielen Dank auch an Franz Busch, der uns weitere Bilder zur Verfügung gestellt hat.

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Stadtarchiv stellt Mitarbeitern des Waldschwimmbad zahlreiche Bilder, kleine Filme sowie die 140-jährigen Geschichte des Schwimmbades zur Verfügung.

Mit Beginn der Badesaison 2022 gingen die beiden bisherigen Schwimmmeister in den wohlverdienten Ruhestand. Ein nahezu komplett neues Team rund um den Schwimmmeister Dominik Klos übernahmen die Badeaufsicht. Da von den Badgästen auch immer wieder Fragen zur Geschichte unsers schönen Waldschwimmbades gestellt werden, wandte Dominik Klos an Wolfgang Villmann vom Stadtarchiv Nastätten. Schnell wurde man in den Unterlagen des Stadtarchivs fündig und es wurden zahlreiche Bilder, kleine Filme sowie die 140-jährigen Geschichte des Schwimmbades bereitgestellt. Im Schwimmbad selbst gab es auch noch einige Unterlagen für das Stadtarchiv. So wurden Baupläne des ersten großen Umbaues Anfang der 1960er sowie der Bau der Ölheizung zum Beheizen des Wassers Anfang der 1970er an das Stadtarchiv zur sicheren Aufbewahrung übergeben.

Haben auch Sie noch historische Bilder, Filme oder Unterlagen zum Waldschwimmbad, dann wenden sie sich gerne an das Stadtarchiv Nastätten.


v.l.n.r. Dominik Klos, Wolfgang Villmann, Sophia Braun

Buch, 26. Juli 1922 – Seit gestern prangen in unserem Feld die ersten Kornkasten. Alle Achtung dem wackeren Bauersmann der damit den löblichen Anfang gemacht, denn hoffentlich bringt das eingedenk der vierten Bitte des Vater Unsers, in Verbindung mit den üppigen Kartoffelfeldern, mehr Beruhigung in unsere Volksseele, als so Manches, was schon seit der Revolution die Zeitungsspalten füllt.

Holzhausen, 31. Juli 1922. Vor der zuständigen Prüfungskommission in St. Goarshausen bestand der Schuhmacherlehrling Willi Fuhr von hier seine Gehilfenprüfung und zwar mit der Note „gut“ und im Praktischen mit „sehr gut“

Nastätten, 4. August 1922. Kohlewirtschaft. Unsere Brennstoffversorgung geht einer schwierigen Zeit entgegen und lässt kaum eine Hoffnung auf Besserung erscheinen. So erweist sich die Monatsförderung im Juni an der Ruhr um etwa eine Million Tonnen geringer als im Mai. … Durch den Verlust von Oberschlesien entgehen der deutschen Kohlewirtschaft für die Folge rund 20% unserer bisherigen Steinkohleförderung. Nach aufgestellten Berechnungen kommt man zu dem überaus traurigen Ergebnis, dass jetzt eine Menge von Rund 39 Mio Tonnen fehlt, wenn unsere Wirtschaft ausreichend mit Kohle versorgt sein soll. Wie unter diesen Umständen unser wirtschaftliches und industrielles Leben aufrecht erhalten bleiben soll, muss der Zukunft vorbehalten bleiben.

Nastätten, 17. Juli 1922 – Turnerisches. Auf, auf zum Kampf! So heißt es bei unseren Jungmannen. Frisch, fromm, froh und frei treten am Sonntag in der Turnhalle über 50 Turner und Schüler der Jahrgänge 1904-1909 von dem vom Deutschen Reichsausschuss für Leibesübungen vorgeschriebenen Übungen. …

Hunzel, 17. Juli 1922. Ein bei einem hiesigen Landwirt bedienstetes Mädchenwollte mit ihrem Bruder, welcher ebenfalls hier in Stellung ist, am Sonntagmorgen nach ihrem Heimatort Weyer gehen. Im Walde zwischen hier und Marienfels überraschte sie der Klapperstorch. Als die Mutter zu Hause ankam, war das Kind tot und wird jetzt die gerichtliche Untersuchung klarstellen, ob das Kind bei der Geburt gelebt hat.

Auch 1922 gab es bereit Ratschläge zum Energiesparen „Persil. Reinigt und desinfiziert die Wäsche und bringt durch Mitbenutzung des täglichen Herdfeuers größte Kohleersparnis“

Die Preise steigen. So schwer diese Last aktuell ist, so führt einem der Blick in die Geschichte einmal mehr vor Augen, dass unsere Vorfahren im Blauen Ländchen mit noch größeren Herausforderungen ihren Alltag bewältigen mussten. Die Hyperinflation von 1921 bis 1923 jährt sich gerade zum 100. Mal. Aus diesem Anlass wurde für das Stadtarchiv auf Basis einer kleinen Spende aus dem Fachhandel das Original eines Kassenscheins erworben, den der Magistrat der Stadt Nastätten über den Wert von einer Million Mark 1923 ausgestellt hatte (siehe Abbildung).

Parallel zu damals ist ein Krieg Mitursache und Treiber der Inflation. Die Hyperinflation war eine Spätfolge des Ersten Weltkriegs, eine Blase, die fünf Jahre nach der Kapitulation endgültig platzte. Die Materialschlachten des Ersten Weltkriegs forderten nicht nur Millionen von Menschenleben in den Schützengräben. Sie bedeuteten auch eine immense Kapitalvernichtung in Europa. Das Deutsche Reich musste Kriegsanleihen an die eigene Bevölkerung zurückzahlen und Geld für die Reparationsleistungen an die Siegermächte aufbringen. Um den Zahlungsverpflichtungen nachzukommen, wurde mehr und mehr Geld in Umlauf gebracht. Immer mehr Geld war immer weniger wert. Kostete ein Ei im Juni 1923 bereits 800 Mark, waren es im Dezember 1923 unfassbare 320 Milliarden Mark.

Auf dem Höhepunkt der Inflation wurde eine neue Währung geschaffen: die Reichsmark. Angesichts der katastrophalen wirtschaftlichen Folgen der Inflation überdachten die Alliierten ihre Politik gegenüber dem Deutschen Reich. Sie erkannten, dass nur ein wirtschaftlich erstarkendes Deutschland umfassende Reparationszahlungen leisten konnte. Das Startsignal für die berühmten Goldenen Zwanziger. Sie lehren uns, es kommen auch wieder bessere Zeiten.

Stadtverordnetenversammlung 1. Juli 1922 – Der im August 1921 verstorbene Herr Adolf Oppenheimer hat letztwillig für die Armen seines Geburtsortes Nastätten eine Geldsumme in Höhe von 150.000 Mark hinterlassen. Die Witwe des Verstorbenen beabsichtigt nunmehr zur Erinnerung und zum dauernden Gedächtnis an ihren Gatten die Einrichtung einer Stiftung unter dem Namen „Adolf Oppenheimer Wohlfahrtsstiftung für Nastätten“. Das Vermögen der Stiftung soll aus dem genannten Kapital bestehen. Die Versammlung nahm Kenntnis von dem Entwurf der Stiftungsurkunde und erklärte sich unter dem Ausdruck des Dankes zur Annahme der Stiftung gern bereit. – Das Pflegegeld für die beiden Gemeindebullen wird auf 8.500 Mark und das Deckgeld auf 25 Mark festgelegt. – Dem Ziegenzuchtverein wird zur Durchführung der Bockhaltung ein Jahreszuschuss von 12.000 Mark gewährt. – Den veränderten Verhältnissen entsprechend wurden verschiedene Besoldungen neu festgelegt. Der Gaspreis beträgt ab 1. Juli 6 Mark pro cbm, die Wassermiete wird um 100% erhöht. – Die Gebrüder Außerehl haben auf ihrem Grundstück am Friedhofsweg ein Sägewerk errichtet und bedürfen noch einer Gasleitung, um den Motor in Betrieb setzen zu können.

Nastätten - Wohnungswesen. Die Geltungsdauer des Wohnungsmangelgesetztes ist bis zum 31. März 1923 verlängert worden.

Kehlbach 5. Juli 1922 – Bei dem am Sonntagabend stattgehabten Gewitter schlug der Blitz in die Scheune des Landwirt Friedrich ohne zu zünden, verbreitete jedoch sehr starker Schwefelgeruch. Der 20 jährige Sohn des Landwirts Maus stand in dem durch einen breiten Fahrweg getrennten Hof und wollte die elektrische Lampe für den Stall andrehen, in dem Augenblick als der Blitz niederging. Der junge Mann wurde hierbei so getroffen, daß er zusammenstürzte, die ganze Nacht Tobsuchtsanfälle hatte und am heutigen Tag noch vollständig besinnungslos darnieder liegt.

Die gesamten Ausgaben finden sie hier

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Der Hausberg von Nastätten ist der Holler. Wie aus Unterlagen des Stadtarchives hervorgeht, befand sich dort während des 2. Weltkrieges ein Beobachtungsstand der Luftwaffe. Beobachtungen jeglicher Art über dem heimatlichen Himmel wurden von dort sofort per eigener Wehrmachtsleitung nach Koblenz zur Zentrale weitergegeben. Insbesondere die Anzahl der Flieger und die Richtung des Fluges. Das Beobachtungsgebäude hatte nach den Unterlagen einen kleinen Kellerraum, im Erdgeschoß ein Ruheraum mit zwei doppelstöckigen Betten und ein Aufenthaltsraum mit direktem Aufgang zum Beobachtungsstand. Der Beobachtungsstand war ständig besetzt. Die Wache war im Schichtdienst eingesetzt. Eine Schicht dauerte 24 Stunden. Jeweils um 13 Uhr war Wechsel. Die Besatzung bestand aus bis zu vier Personen. Bis zum Jahre 1943 waren ältere einheimische Männer eingesetzt. Ab 1943 kamen die sogenannten Blitzmädchen. Junge Damen bis zum Alter von 25 Jahren, welche im Hotel Guntrum untergebracht waren. In der Nähe des Beobachtungsstandes hatte die männliche Besatzung zur Ergänzung des Speiseplans eine Hasenzucht aufgebaut.

Wer kann sich erinnern oder kennt jemanden der sich erinnert und kann dem Stadtarchiv den genauen Standort auf dem Holler mitteilen.

Diethardt-Algenroth, den 15. Juni 1922 – Der Weg von Algenroth nach Diethardt wird auf Grund der Wegepolizeiverordnung und im Einvernehmen mit dem Landesbauamt in Oberlahnstein für den Verkehr mit Langholz von über 12 Meter Länge gesperrt.

Nastätten, 16. Juni 1922 – Wie vorauszusehen, hat nach dem Scheitern der Anleihen Verhandlungen ein weiteres Schwanken unseres Wirtschaftslebens eingesetzt. Zu ersehen ist dies zunächst aus dem Barometer des Dollars. Er stieg alsbald und gab damit das Signal zu einer allgemeinen Preissteigerung. Mit einer solchen werden wir denn auch für die kommenden Monate rechnen müssen.

Miehlen, 16. Juni 1922 – Die Kanalisation der Kirchgasse ist jetzt soweit beendet, und wird diese Arbeit von Allen freudig begrüßt. Ebenso werden die Vorteile, die hierdurch entstanden sind, bald hervortreten.

Nastätten, den 19. Juni 1922 – Von Gegenwart und Zukunft. Was nutzen dem werktätigen Volke Lohnerhöhungen, was dem Handwerker und Gewerbetreibenden größere Einnahmen, wenn alles auf den schwankenden Boden einer gänzlich unsicheren Gegenwart und einer noch unsicheren zukunft steht. Die Freude an der Arbeit und dem Schaffen schwindet, die Achtung von dem Wert der gesetzlichen Zahlungsmittel wird ständig geringer und mit Beklemmung lesen wir von der Valutapanik in Österreich. Gehen wir einer gleichen Entwicklung entgegen?

Die gesamten Ausgaben finden sie hier

Seifenkistenrennen 1977 - Teil 2 - Film des Rennens von Jürgen Sauerwein.
Nachlass N049 - Jost Sauerwein - gefilmt von Jürgen Sauerwein - Digitalisierter Film zum Seifenkistenrennen 1977

Zum Seifenkistenrennen 1977 Teil 1